Das Referenzfoto

Worauf Du bei der Auswahl des Referenzfotos achten solltest

Ich kann nur zeichnen, was ich sehe und da ich so detailgenau wie möglich arbeite, ist die Qualität des Referenzfotos die Grundlage für das Gelingen meiner Arbeit.

Immer wieder erreichen mich Aufnahmen von Tieren in entzückenden Posen und ich verstehe sofort, warum der Besitzer gerade dieses Bild ausgewählt hat. Sind die Bilder jedoch unscharf, die Lichtverhältnisse schlecht oder die Proportionen unstimmig, kann ich keine Arbeit fertigen, die zufriedenstellend ist. Gerade bei Pferdeporträts passiert es schnell, dass das Verhältnis von Kopf (zu groß) und Rumpf (zu klein) unbefriedigend ausfällt. Die Größe der Tiere hat zur Folge, dass oftmals nicht auf Augenhöhe, sondern von unten nach oben fotografiert wird, wodurch ein verzerrtes Gesamtbild entsteht.

Pastellzeichnung auf Leinwand eines Mädchens, was sich gerade an den Hinterkopf greift und verträumt nach links schaut.

Tipps und Hilfen

Ich möchte Dir nachfolgend ein paar Tipps mit auf den Weg geben, mit deren Hilfe Du eine gelungene, gut beleuchtete und detailgenaue Aufnahme fertigen kannst. Gerade bei Tieren kann ein Fotoshooting zu einer echten Herausforderung werden. Sind die Lichtverhältnisse gut, hat das Pferd keine Lust, hält es seinen Kopf anmutig und im richtigen Winkel zur Kamera, funktioniert der Auslöser nicht, funktioniert der Auslöser, macht das Tier eine abrupte Bewegung, weil eine Bremse auf seinem Bauch sitzt, die Liste an Ungemach ist lang.

Vor dem Shooting

Nimm Dir Zeit

Nimm Dir Zeit und überlege Dir vorher ein schönes Setting für Deine Aufnahme. Das kann ein besonderer Lieblingsplatz sein, muss es aber nicht zwingend. Eine gelungene, gut proportionierte Aufnahme vor einem neutralen Hintergrund ist geeigneter als ein Foto auf einer spektakulären Waldlichtung mit diffusem Licht und einem abgelenkten, zappeligen Hund oder Pferd.

Suche eine passende Location

Besuche den Ort vor dem Shooting alleine und suche Dir einen passenden Platz aus. Beobachte die Lichtverhältnisse genau und lege den Zeitpunkt des Shootings so, dass die Lichtquelle nicht hinter Deinem Objekt in die Kamera scheint

Achte auf den Hintergrund

Achte auf den Hintergrund, vor dem Du Dein Tier positionierst. Ist er zu kleinteilig, lenkt er die Aufmerksamkeit von Deinem Tier ab und das Gesamtbild wird unruhig.

Details

Überlege Dir vorher, ob Du Dein Tier mit Halsband, Leine oder Halfter fotografieren möchtest. Ich zeichne jedes kleine Detail und die Hilfsmittel können das Shooting durchaus erleichtern. Achte aber auf schöne, saubere und gepflegte Accessoires. Wer möchte schon ein mit Matsch verkrustetes Hundegeschirr oder ein ranziges Stallhalfter auf seinem „once-in-a-lifetime-Gemälde“ haben?

Bringe Hilfe mit

Organisiere für den Tag des Shootings eine Person zum Helfen, bei Tiershootings am besten jemanden, der einen guten Draht zu Deinem Vierbeiner hat.

 

Das Shooting

Probeaufnahmen

Prüfe die Lichtverhältnisse und mache ein paar Probeaufnahmen von dem Ort, an dem Du Dein Tier positionieren wirst. Wenn die Aufnahmen klar sind und jedes Detail scharf abgebildet ist, kann es los gehen.

Achte auf die Lichtquelle

Nochmal: Positioniere Dich und Dein Tier niemals gegen die Lichtquelle.

Kameraposition

Achte auf Augenhöhe bei der Kamerapositionierung. Bei kleineren Tieren oder dem Kopfporträt eines Pferdes beim Grasen musst Du in die Hocke gehen, bisweilen sogar in Bauchlage fotografieren.

Je mehr Fotos, desto besser

Mache so viele Aufnahmen wie möglich, Tiere sind ständig in Bewegung und je mehr Bilder Du produzierst, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, den passenden Moment in Ruhe und Klarheit abzubilden.

Achte auf den Ausschnitt

Achte unbedingt darauf, dass Dein Tier vollständig abgebildet ist. Die schönste Pose hilft nicht weiter, wenn die Ohren, oder bei Ganzkörperaufnahmen, die Extremitäten abgeschnitten sind.

Details

Ganz wichtig sind gut erkennbare Details, die Deiner Aufnahme und dem späteren Kunstwerk Lebendigkeit verleihen. Das Farbenspiel in der Iris des Auges, die Glanzlichter auf einer Hundenase, die Einkerbungen eines Pferdemauls, Tasthaare und Hautwärzchen, all das macht Dein Tier einzigartig.

Sichtung des Materials

Gehe ins Detail

Im Idealfall hast Du einen Computer mit einem großen Bildschirm zur Verfügung. Am Handy oder Tablet mag Dein Foto völlig einwandfrei aussehen, doch auf einem 15-17 Zoll-Monitor stellt sich die Sache ganz anders dar. Alle Bilddateien, die unscharf oder verschwommen sind, kannst Du bei der ersten Durchsicht verwerfen.

Keine abgeschnittenen Körperteile

Überprüfe die verbleibenden Aufnahmen auf Vollständigkeit. Sortiere alle Bilder aus, auf denen Körperteile nicht in Gänze zu sehen sind.

Gehe weiter ins Detail

Nun geht es an die Feinheiten. Achte bei den restlichen Bildern auf die Erkennbarkeit der oben genannten Details der Haut, der Augen, der Fellmaserung, der Schnurr- und Barthaare, Krallen, Schnäbel ect.

Das Ergebnis

In der Regel bleiben von einem erfolgreichen Shooting mit über 100 Aufnahmen nur drei bis fünf brauchbare Bilder übrig. Sei nicht frustriert, das ist völlig normal. Wenn Dein Pferd auf einer Ganzkörperaufnahme eine besonders schöne Kopfhaltung einnimmt, lässt sich bei guter Bildqualität daraus auch ein Kopfporträt anfertigen.

Was ist wenn…

Ich bin in der Lage, Bilder so zu bearbeiten, dass sich aus einem Lieblingsfoto minderer Qualität noch einiges herausholen lässt. Ein Versuch ist das immer wert, wenn Dir an der Aufnahme besonders viel liegt, oder wenn Dein Tier verstorben ist und ein Shooting nicht mehr möglich ist. Schreibe mir in diesem Fall gerne eine E-Mail und schicke die Aufnahmen im Anhang. Bei Arbeiten zum Gedenken an ein verstorbenes Tier gebe ich mein Möglichstes, um dem Besitzer zu einer einzigartigen Erinnerung an seinen treuen Gefährten zu verhelfen. Für aufwändige Bildbearbeitungen berechne ich einen Stundensatz von 80 €.